Odenwaldklub Heppenheim e.V.

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Die History

Der Odenwaldklub wurde am 8. Januar 1882 im Gasthaus Becker in dem zu Lengfeld gehörenden Weiler Zipfen am Fuße des Otzberges ins Leben gerufen und erhielt am 10. April 1882 in Erbach i. Odw. seine ersten vereinsrechtlichen Statuten. Seine Gründer waren Männer, die sich in Natur – und Heimatverbundenheit zusammengefunden hatten, um den damals weithin unbekannten Odenwald zu erwandern und mitzuhelfen, ihn der Allgemeinheit zu erschließen. In rascher Folge bildeten sich dann Ortsvereine, sie hießen damals Lokalsektionen.

Die Gründungsversammlung der Ortsgruppe Heppenheim war am 26. Juli 1882 im damaligen Gasthaus “Darmstädter Hof” (Großer Markt 4) in Heppenheim.

Heute, über ein Jahrhundert später, durchzieht die Ferienlandschaft des Odenwaldes – des “lieblichsten Gebirges Deutschlands“ – und seiner Nachbargebiete ein dichtes Netz von gut markierten Wanderwegen, die von Mitgliedern des Odenwaldklubs ehrenamtlich angelegt wurden und unterhalten werden. Der Odenwaldklub hat weiterhin Aussichtstürme, Ruheplätze, Schutzhütten und Wanderheime geschaffen. Sie nützen nicht nur seinen Mitgliedern, sondern auch allen, die Freude an einer gesunden Natur haben, die Schönheit ihrer Heimat lieben und durch Wandern Körper und Geist pflegen wollen.

Der Odenwaldklub setzt sich aktiv für Naturschutz und nachhaltige Landschaftspflege ein, um zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der Ferienlandschaft Odenwald beizutragen. Im Interesse aller Erholungssuchenden widersetzt er sich energisch allem, was zur Schädigung der Umwelt führt. Nur im Rahmen einer starken Wanderbewegung ist er jedoch in der Lage, diese gemeinnützigen Bestrebungen erfolgreich durchzuführen und wirksam an den Planungen der Naturschutzbehörden, Regionalverbänden und Regierungsstellen mitzuarbeiten. Darum wendet sich der Odenwaldklub an die gesamte Bevölkerung seines großen Wandergebietes, das Teile von Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz umfasst, mit der Bitte, sein Wirken ideell, finanziell und aktiv durch Mitgliedschaft zu unterstützen.

Um die Verbindung der Mitglieder untereinander zu pflegen und ihre Freude am Wandern zu fördern, gibt der Odenwaldklub eine Zeitschrift, Wanderkarten und Gebietsbeschreibungen heraus, die sich auf sein Wandergebiet beziehen. Sie sollen neben heimatkundlichen Veranstaltungen und der Pflege der Geselligkeit auch dazu dienen, Außenstehende mit den Zielen des Odenwaldklubs bekannt zu machen.

Diese sind in unserer Satzung unter §2 wie folgt beschrieben:

Der Verein verfolgt die Ziele des Gesamtvereins gemäß dessen Satzung, insbesondere:

  • die Förderung des Wanderns mit der Durchführung von offenen Wanderungen für Mitglieder und Gäste, sowohl unter sportlichen, naturkundlichen, kulturellen, geschichtlichen, geologischen oder religiös-philosophischen Gesichtspunkten,
  • Naturschutz und Landschaftspflege durch Beteiligung an naturschutzrelevanten Planungen nach BNschG(esetz) und HnatG(esetz), Durchführung praktischer Maßnahmen wie Markierung der Wanderwege im Odenwald für alle Erholungssuchenden und Wanderer, sowie Beteiligung an Landschaftssäuberungen.
  • Pflege heimatlichen Kulturguts und Brauchtums mit Volksmusik und Volkstanz oder Laienspiel und Lesungen.

Der Verein wird alle diesen Zielen dienliche Maßnahmen durchführen und fördern und auch staatenübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Vereinigungen pflegen.

Ein besonderes Anliegen ist die Unterstützung der “Deutschen Wanderjugend im Odenwaldklub“ in ihrer Liebe zur Heimat und ihrem Streben zur Völkerverständigung.

15.05.2008 – Frauen und Vereinsarbeit
Zeitungsjubiläum – Erst nach Einführung des Wahlrechts 1919 kommt beim Odenwaldklub Bewegung in die Sache

Anlehnend an die Jubiläumszahl veröffentlicht das Starkenburger Echo übers Jahr verstreut eine Artikelserie mit 150 Beiträgen. Damit wird der Versuch unternommen, eine Brücke vom Einst ins Jetzt zu schlagen und das Alltagsleben der verflossenen fünfzehn Jahrzehnte authentisch wiederzugeben. Die Einzelthemen in der Reihe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

HEPPENHEIM. Als die Ortsgruppe Heppenheim des Odenwaldklubs (OWK) im Herbst 2007 runden Geburtstag feierte, überwog der Anteil weiblicher Jubiläumsgäste. Bei ihrer Gründung 125 Jahre vorher hätte eine solche Entwicklung kaum jemand für möglich gehalten. In der konstituierenden Versammlung, zu der auf den 26. Juli 1882 in den „Darmstädter Hof“ (jetzt „Filou“) am Marktplatz eingeladen worden war, fand nur das sogenannte „starke Geschlecht“ Aufnahme.

Dem Verordnungs- und Anzeigeblatt ist zu entnehmen, dass Kreisassessor Freiherr von Löw an die Clubspitze berufen wurde. Verabschiedet wurde nach seiner Wahl eine Satzung, in der man die Mitgliedschaft von Frauen erst überhaupt nicht in Erwägung zog. „Machos“ im heutigen Sinne waren der Freiherr und die Seinen deshalb aber nicht. Dass Frauen außen vor blieben, war quasi eine gottgegebene Sache, um die sich niemand ernsthaft Gedanken machte.

Gefragt war ihr Mitwirken lediglich in kirchlichen oder sozialen Institutionen. Ansonsten war Vereinsarbeit Männersache. Und die Politik sowieso. Der Begriff Emanzipation war anno 1882 noch ein Buch mit sieben Siegeln.

Schenkt man den Chronisten Glauben, dann handelte es sich durchweg um honorige Herren, die den OWK anno 1882 aus der Taufe hoben, durchweg also Persönlichkeiten des „höheren Standes“. Der Wanderklub, in seiner Gesamtheit mit aktuell 15 500 Mitgliedern der siebtgrößte in Deutschland, entwickelte zwar auch in Heppenheim beachtenswerte Aktivitäten, blieb zahlenmäßig aber zunächst noch ein Winzling.

Eine richtig große Trendwende trat erst ein, als nach dem Ersten Weltkrieg plötzlich auch Frauen ins aktive Vereinsleben integriert wurden und nicht mehr länger nur „Heimchen am Herd“ sein sollten. Beleg: 1921 registrierte der OWK Heppenheim 325 Mitglieder. Die Öffnung war sicherlich auch Folge eines Aufrufes, den nach Abdankung von Kaiser Wilhelm II. der neu gegründete „Rat der Volksbeauftragten“ am 12. November 1918 an die Bürger des Reichs gerichtet hatte: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten allgemeinen Wahlrecht (. . .) für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“

Die Betonung lag auf weiblich. Das bis dahin den Frauen vorenthaltene Wahlrecht wurde am 11. August 1919 in der Weimarer Verfassung verankert. Der von Lida Gustava Heymann und Anita Augspurg 1902 gegründete Deutsche Verein für Frauenstimmrecht war damit am Ziel angekommen.

Für die Ortsgruppe Heppenheim bedeutete dies konkret, dass das organisierte Wandern – bildlich gesprochen – fortan nicht nur des Müllers, sondern auch der Müllerins Lust sein durfte. Die Heppenheimer „Section“ war hessenweit übrigens eine der ersten überhaupt. Vorausgegangen war am 8. Januar 1882 die vom Dieburger Kreisrat Friedrich Hallwachs angestoßene Gründung des Odenwälder Höhenvereins.

Schon ein halbes Jahr nach der Zusammenkunft im Weiler Zipfen (Otzberg) zog die Kreisstadt nach. Die Anfangseuphorie schien sich allerdings bald gelegt zu haben.

Dafür spricht der Text eines Inserats, in dem schon acht Jahre nach dem Start Oberförster Neuschäfer zu einer Neugründung aufrief: „Alle sich für ein Wiederaufleben der Section Heppenheim interessierenden Einwohner werden hierdurch gebeten, sich nächsten Dienstag, den 10. Juni 1890, abends um achteinhalb Uhr im Halben Monde einfinden zu wollen.“

Der Wunsch aufs Wiederaufleben erfüllte sich. Beispielhaft dafür steht die im Sommer 1911 vollzogene Übergabe der von OWK-Mitgliedern errichteten „Heppenheimer Hütte“ am Lindenstein. 1927 konnte der Vorstand im neunten Stock des Starkenburgturms sein heute noch genutztes Klubzimmer einweihen. Im gleichen Jahr war die Ortsgruppe Ausrichter des Odenwälder Wandertages. Verbunden damit war ein zweitägiges Programm. Gesungen, getanzt und musiziert wurde auf allen öffentlichen Plätzen der Kreisstadt.

Das Verordnungs- und Anzeigeblatt registrierte über 6000 Besucher, die auf Schusters Rappen Heppenheim angesteuert haben sollen. „Unser OWK war ein hervorragender Gastgeber“, notierte der Berichterstatter. Der OWK Heppenheim hat fraglos Heppenheimer Vereins- und mit seinen ungezählten Wanderberichten auch ein gutes Stück Zeitungsgeschichte geschrieben.

Noch in guter Erinnerung sind vielen Heppenheimern die Führungskräfte der Nachkriegszeit: Wilhelm Koch (1947 bis 1951), Fritz Lehmann (bis 1959), Alfred Wessel (bis 1970), Walter Büge (bis 1971), Jakob Arnold (bis 1977), Georg Rittersberger (bis 1981), Kunz Sporrer (bis 1992), Hans Rittersberger (bis 1999), Friederike Preuß (Sommer 1999), Ingeborg Hahl (bis 2003), Helmut Sturm (bis 2005). Seit 2005 führt Heinrich Morweiser die Geschicke des OWK Heppenheim. (fk , 15.05.2008)
Nachtrag zu der Reihenfolge der Vorsitzenden:
Heinrich Morweiser (2005 bis 2014). Eduard Spittank (seit 2014)

Im Starkenburger Echo vom 27.01.2007 schrieb der Redakteur Fritz Kuhn:
Auf einmal durfte auch die “Müllerin” wandern.

Zum reinen Wanderspaß, der zumindest nach Ganztagstouren seinen krönenden Abschluss meist in urigen Lokalen findet, hat sich der OWK vom Tag seiner Gründung wichtigen Aufgaben gestellt. Dazu zählen die Markierung und der Ausbau des Wanderwegenetzes ebenso wie das Mitwirken beim Bau von Rastplätzen an besonders schönen Aussichtspunkten. So konnte die “Section” am 5. September 1897 ein inzwischen verschwundenes Blockhaus nahe des Katzenpfades der Bestimmung übergeben. Noch stolzer war der Klub auf die im Sommer 1911 von ihm eingeweihte „Heppenheimer Hütte“ am Lindenstein.

Einen Ehrenplatz in den Annalen nimmt das Jahr 1927 ein, als im neunten Stock des Starkenburg-Aussichtsturms das heute noch genutzte Klubzimmer eingeweiht wurde.
Im gleichen Jahr war die Ortsgruppe Ausrichter der von sechstausend Gästen besuchten Hauptversammlung des Gesamtklubs. Verbunden damit war ein zweitägiges Programm mitTanz-, Musik- und Gesangsgruppen. Einen legendären Ruf erworben hat sich diesen Jahren Jacob Rittersberger, der erste und bisher einzige “Vereinsdiener“.

Im Gründungsjahr 1882 wurden 35 Mitglieder registriert. Eine Rekordmarke war 1921 erreicht, als die Ortsgruppe 325 Köpfe zählte. Hauptgrund: Zunächst noch eine reine Männergesellschaft der gehobenen Bürgerschicht, fanden nach dem Ersten Weltkrieg auch Frauen Aufnahme. Das Wandern war nun nicht mehr nur des Müllers, sondern auch der Müllerin Lust.

Erster Vorsitzender war 1882 Kreisassessor Freiherr von Löw. Noch gut in Erinnerung sind vielen Heppenheimern die Führungskräfte nach Kriegsende: Wilhelm Koch (1947 bis 1951), Fritz Lehmann (bis 1959), Alfred Wessel (bis 1970), Walter Büge (bis 1971), Jakob Arnold (bis 1977), Georg Rittersberger (bis 1981), Kunz Sporrer (bis 1992), Hans Rittersberger (bis 1999), Friederike Preuß (Sommer 1999), Ingeborg Hahl (bis 2003), Helmut Sturm (bis 2005), Heinrich Morweiser (seit 2005). (fk)
Nachtrag zu der Reihenfolge der Vorsitzenden:
Heinrich Morweiser (2005 bis 2014). Eduard Spittank (seit 2014)

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